Härtegrade bei Matratzen -
Welcher ist der richtige Härtegrad?

Neben der Wahl der Matratzenart, wie der Taschenfederkernmatratze, Schaumstoffmatratze oder Latexmatratze, spielt bei der weiteren Überlegung zum Kauf einer Matratze der richtige Härtegrad eine wesentliche Rolle. Der Härtegrad gibt hierbei die Festigkeit der Matratze an. Jede Matratze ist deswegen nochmal in einem anderen Härtegrad verfügbar. Größtenteils werden die Härtegrade (H) in drei Varianten unterteilt: in weich, mittelhart und hart wie folgende Tabelle verdeutlicht:

Bezeichnung Härtegrad Körpergewicht
H 1 Weich Bis 60 Kg
H 2 Mittelhart Bis 80 Kg
H 3 Hart Über 80 Kg

Grob wird sich bei der Einteilung der Härtegrade nach dem Körpergewicht orientiert. So wird Menschen bis 60 Kilogramm Körpergewicht eher zu einer weichen Matratze geraten. Für Menschen über 80 Kilogramm im Gegensatz zu einer härteren Matratze. Da Härtegrade keiner Normung unterliegen, kann jeder Matratzenhersteller einen eigenen Härtegrad festlegen. So gibt es Händler, die ihre Matratzen nicht in drei, sondern in bis zu fünf oder sieben verschiedene Härtegrade aufteilen. Experten sind sich jedoch einig, dass es ab fünf Härtegraden für den Kunden schwieriger wird, zwischen den verschiedenen Abstufungen zu unterscheiden.

Wie entstehen die einzelnen Härtegrade?

Die einzelnen Härtegrade werden durch eine unterschiedliche Herstellung bei den verschiedenen Matratzentypen erzeugt.

Bei Federkernmatratzen (Taschenfederkernmatratzen) werden die verschiedenen Härtegrade einerseits durch unterschiedliche Drahtstärken oder durch die Federanzahl pro Quadratmeter erreicht. Hier gilt: Je höher die Drahtstärke ist oder je mehr Federn verwendet werden, desto fester ist die Matratze. Eine hohe Drahtstärke bewirkt hierbei auch eine hohe Punktelastizität . Von weichen Federkernmatratzen spricht man bei Federn mit einem Draht-Durchmesser von 2,0 mm, mittelfeste Federkernmatratzen entsprechend einem Draht-Durchmesser von 2,2 mm. Ab einem Draht-Durchmesser von 2,4 mm werden Federkernmatratzen als hart oder fest bezeichnet.

Bei der Schaummatratze (Kaltschaummatratze) erhält man verschiedene Härtegrade durch die Anordnung der Zellstege um die Schaumbläschen herum. Das heißt je mehr Schaum der Kern der Matratze aufweist, desto härter ist die Matratze. Die Stauchhärte einer Matratze misst hierbei die Festigkeit bzw. Weichheit der Matratze. Weiterhin ermittelt die Stauchhärte, wie viel Druck auf den Schaumkern einwirken muss, damit er auf 65, 40 und 25 Prozent seiner ursprünglichen Höhe zusammengedrückt wird. Je schneller der Schaum nach dem Zusammendrücken seine ursprüngliche Form erhält, desto fester ist der Schaum, was sich wiederum an einer hohen Stauchhärte zeigt. Bei einer sehr niedrigen Stauchhärte (unter 25kPa) hingegen, dauert es länger, bis die Matratze ihre ursprüngliche Form erreicht. Man hat das Gefühl, sehr in der Matratze zu versinken. Für Menschen, die sich im Schlaf viel wälzen und drehen, ist eine Schaummatratze mit einer sehr niedrigen Stauchhärte nicht zu empfehlen, weil damit keine Rückpolsterung und Stabilisierung der Wirbelsäule gegeben ist.

Wie finde ich den richtigen Härtegrad?

Ein Patentrezept für die Wahl des richtigen Härtegrades gibt es leider nicht, da auch keine einheitliche Regelung für die Bestimmung des Härtegrades vorhanden ist. Eine Beratung bei uns ist deswegen sehr zu empfehlen. Durch eine Ausmessung Ihres Körperbaus mithilfe unseres Liegesimulator-Systems können wir Ihnen genaue Anhaltspunkte für den zu Ihnen passenden Härtegrad geben. Eine weitere grobe Orientierung kann die Formel „Körpergewicht zu Körpergröße“ geben. Hierbei gilt:

Für eine 1,70 Meter große Frau mit einem Körpergewicht von 58 Kilogramm würde sich deswegen ergeben: 170 – 100 = 70 ? 70 ist größer als 58, daher sollte sie eher zu einem weicheren Härtegrad tendieren. Bei einem Mann mit einer Körpergröße von 1,80 Meter und einem Gewicht von 90 Kilogramm würde man eher zu einem härteren Härtegrad raten (180 – 100 = 80 ist kleiner als 90).

Diese Formel gilt jedoch nur als Orientierungshilfe, da hierbei nicht der Körperbau des Menschen miteinberechnet ist. Eine Person mit breiten Schultern, einem ausgeprägtem Becken oder schwerer Skoliose sollten deswegen immer einen Härtegrad weicher liegen, damit die Wirbelsäule im Liegen gerade ist. Eine wichtige Rolle spielen auch persönliche Liegevorlieben, das heißt, ob man eher Rücken- oder Seitenschläfer ist, eher gerade oder gekrümmt liegt . Das wichtigste Kriterium ist, dass die Matratze die Erholung des Körpers fördert. Hierfür soll die Matratze die Wirbelsäule dabei unterstützt, ihre von Natur aus gegebene Doppel-S-Form einnehmen zu können. Nur so kann sich die Wirbelsäule für die Dauer des Schlafes entspannen und der Schlaf ist vollständig erholsam für den Körper. Zwischen Kopf und Steißbein sollte sich deswegen eine durchgängig gerade Linie bilden. Vor allem bei Seitenschläfern müssen dementsprechend die Schulter und das Becken so tief in die Matratze einsinken können, dass diese gerade Linie von allein entsteht.

Probieren geht über Studieren

Die Auswahl des richtigen Härtegrads der Matratze hängt deswegen von unterschiedlichen Faktoren ab. In einem individuellen Gespräch mit uns, Ihrem Fachhändler für körpergerechte Matratzenanpassung, und unter Zuhilfenahme von technischen innovativen Geräten, wie unserem Liegesimulator, kann hierbei durch Abmessung des Körpers und Herausfinden individueller Ansprüche und Besonderheiten eine gute Wahl getroffen werden. Nicht zuletzt gilt auch bei der Wahl des Härtegrades, ebenso wie bei der Wahl der richtigen Matratze, dass das Ausprobieren und Probeliegen den wichtigsten Part übernimmt. Wir bieten ein Probeschlafen in den eigenen vier Wänden und das Ausprobieren von verschiedenen Härtegraden an. Teilweise können wir sogar nachträglich veränderte Schlafgewohnheiten oder gesundheitliche Entwicklungen durch eine Korrektur der Matratze anpassen. Das wichtigste Kriterium ist, dass Sie gut und erholt schlafen. Vertrauen Sie deswegen auf unsere Kompetenz und kombinieren Sie unsere Empfehlungen mit Ihrem eigenen Bauch- und vor allem Rückengefühl.

Weitere Informationen finden Sie unter schlafconcept.de